Muktinath – die Begegnung mit dem Herrn der Befreiung

Hinduistische Pilger beim Vishnu Tempel, ein Tag (2. Oktober 2024) vor Navaratri, dem neuntägigen Fest für die Göttin Durga.

«The sacred landscapes remind us that we live together in a world of mystery and beauty, where the human spirit is in synchronicity with natural forces.»

David Zurick

Langsam und beharrlich dem Ziel entgegen

Die Pilgerreise (Yatra) nach Muktinath führt durch die tiefste Schlucht der Welt, zwischen den beiden Achttausendern Daulagiri und Annapurna hindurch. Ein bewegendes Erlebnis für alle, die sich von Pokhara aus, der zweitgrössten Stadt Nepals, zu Fuss auf den Weg zu einem der wichtigsten Pilgerorte des Landes aufmachen. Die Reise dauert rund eine Woche und führt durch verschiedene Klimazonen. Während das Hügelgebiet südlich des Annapurna durch subtropische Wälder und leuchtend grüne Reisterrassen geprägt ist, geht die Landschaft entlang dem Kali Gandaki Fluss in den höheren Lagen in eine aride, karge Bergwelt über. Hier, im Schatten des Himalaya, gibt es nur wenig Niederschläge. Die Bauern sind vor allem auf das Schmelzwasser der Gletscher angewiesen, welches nach den langen Wintern in den Tälern den Anbau von Gerste, Buchweizen und Kartoffeln ermöglicht.

Einladendes Schild für eine Lodge mit Restaurant. Da das Gebiet von Handelskarawanen, Pilgern und Trekkern besucht wird, ist das Gastgewerbe eine wichtige Einnahmequelle für die lokale Bevölkerung der Thakali. (1983)

Der grösste Teil des Pilgerweges geht dem Kali Gandaki Tal entlang, in welchem auch die jahrhundertalte Salzhandelsroute liegt, welche Tibet mit der indischen Ebene verbindet. Während die Menschen im Hügelgebiet Nepals und in der indischen Ebene von Tibet Salz und in geringerem Masse Geissen, Schafe und Wolle erwarteten, versorgten die Bauern aus dem Süden die Tibeter hauptsächlich mit Reis, Getreide, Gewürzen und Zucker. Gemäss Dor Bahadur Bista (1971) ging die Kontrolle über den Salzhandel im frühen zwanzigsten Jahrhundert ganz in die Hände der Thakali über, welche am Oberlauf des Kali Gandaki ansässig sind. Sie erhielten damals von der Regierung in Kathmandu die alleinigen Salzhandelsrechte. Im Gegenzug versicherten sie der Regierung ihre politische Loyalität, sozusagen als Aussenposten gegenüber dem nördlich gelegenen Königreich Mustang und anschliessend dem Hochland von Tibet. Das Handelsmonopol machte die Thakali in den kommenden Jahrzehnten sehr wohlhabend im Vergleich zu anderen Ethnien in der Region und ermöglichte es ihnen, auch Handelsniederlassungen ausserhalb ihres Gebietes aufzubauen. Neben dem Handel etablierten sich die Thakali als professionelle Gastgeber, welche bis heute Herbergen und Restaurants entlang dieses bedeutenden Handels- und Pilgerweges führen.

In den letzten Jahren sind die Strassen entlang der Pilger- und Handelsroute bis in die höchst gelegenen Orte ausgebaut worden. Wer nach Muktinath oder ins nördlich gelegene Königreich Mustang reisen möchte, kann dies in Bussen oder Jeeps tun, sofern es das Wetter zulässt. Unter abenteuerlustigen jungen Leuten sind auch Motorradtouren beliebt. Mit der Beschaulichkeit der früheren Jahre ist es weitgehend vorbei. Die neuen Transportmittel, welche die Maultierkarawanen abgelöst haben, bringen moderne Konsumgüter in die Dörfer, welche traditionell hergestellte Waren teilweise verdrängen. Wer sich einen Flug leisten kann, erreicht von Pokhara herkommend in zwanzig Minuten das Flugfeld von Jomoson im oberen Kali Gandaki Tal. Von dort ist es noch rund eine Stunde Fahrt mit dem Jeep nach Muktinath.

Diejenigen, welche vor dem Strassenbau einen tagelangen Fussmarsch auf sich nahmen, erfuhren die Yatra noch auf eine Art, welche eine schrittweise Annäherung zuliess. Die Veränderungen in der Natur, der Anblick der majestätischen Bergriesen, die Begegnung mit den gastfreundlichen Thakali (der einheimischen Bevölkerung), das Verweilen in den pittoresken Dörfern, das Funkeln des Sternenhimmels in klaren, kalten Nächten – es gabt so viele ungewohnte Erfahrungen, mit welchen die Pilger konfrontiert worden waren. Je weiter und höher man kam, wurde einem klar, wie stark wir den Kräften der Natur ausgeliefert sind.

Nicht umsonst lebt in den Tälern des Himalaya der traditionelle Glaube, dass die Natur von Geistern und Göttern bewohnt ist, mit denen die lokale Bevölkerung in Einklang zu leben bestrebt ist. Und falls die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt einmal gestört ist, gibt es Rituale und Opfergaben, um die erzürnten Geister oder Götter wieder gnädig zu stimmen.

Die Begegnung mit dem Göttlichen nach hinduistischer Tradition

Auf dieser Yatra reiht man sich in den endlosen Strom der Pilger ein, die nach den heiligen Schriften der Puranas seit Jahrtausenden Muktinath, den Ort des «Herrn der Befreiung», besucht haben. Er liegt verborgen in einem Seitental des Kali Gandaki auf 3800 Metern Höhe. Für die Hindus ist Muktinath das Hoheitsgebiet Vishnus, der von seinen Anhängern als wichtigste Gottheit verehrt wird. Wer als Pilger Vishnu in Muktinath aufrichtig verehrt, wird von allen Sünden befreit. Dazu gehört das Schauen der Gottheit, deren Statue im Haupttempel von Muktinath thront. Als zusätzliches Reinigungsritual baden die Pilger unter den Wasserstrahlen von 108 um den Tempel angeordneten Wasserspeiern. In den letzten Jahren wurden auch Bassins gebaut, die das rituelle Baden der Pilger erleichtern sollen.

Die Heiligkeit von Muktinath ist eng mit übernatürlichen Manifestationen des Göttlichen verknüpft, die eine Art «Gütesiegel» für den Pilgerort und eine besondere Attraktion für die Besucher sind. Es handelt sich bei diesen Manifestationen um unerklärliche Phänomene, welche sich seit Urzeiten dem Suchenden offenbart haben. Der Pilgerort wird deshalb auch «Feld der Befreiung» (Muktikshetra) genannt, auf welchem die Pilger folgenden göttlichen Zeichen begegnen:

Das Vorkommen von Ammoniten-Fossilien, die im Inneren von schwarzen Steinen verborgen sind: Diese Steine, «Saligramm» genannt, haben eine runde oder eliptische Form und werden vor allem entlang den Flussläufen im Gebiet von Muktinath gefunden. In ihrem Inneren werden Versteinerungen von Ammoniten gefunden. Sie sind Zeugen eines früheren Zeitalters, als die Erde vom Urozean bedeckt war, und gelten bei den Gläubigen als Manifestationen von Vishnu. Es war schliesslich Vishnu, welcher die Welt der Erscheinungen in seinem Traum erschaffen hat, als er auf der Schlange Shesnag im Urozean ruhte, umsorgt von seiner Gemahlin Lakshmi.

Das von Sünden reinigende Wasser, welches seinen Ursprung in einem heiligen Bergsee (namens «Danda Kunda» oder «Dudh Pokhari») hat: Die hinduistischen Pilgerorte verbreiten nach den Überlieferungen den Ruhm ihrer Segenswirkungen, welche für die heiligen Stätten charakteristisch sind. Nach Zimmer: «Man pilgert zu ihnen, um vom allgemeinsten Leiden zu genesen, vom Leiden am Leben, von der Krankheit des menschlichen Daseins … Die heiligen Badeorte verheissen bei wiederholtem Gebrauch ihres Wunderwassers in immer neuen Existenzen als höchsten Endeffekt völlige Heilung» (1978, 51). Es gehört zum unwiderstehlichen Ansehen Muktinaths, dass diese heilige Stätte ein Tor zur Befreiung ist, in dem alle Sünden weggewaschen werden.

Die wundersamen Flammen: Im Jwala Mai Tempel können Flammen bestaunt werden, welche unter dem Altar, hinter einem Vorhang verborgen, unaufhörlich brennen. Ursprünglich gab es drei Flammen: eine brannte auf einem Stein, eine auf Wasser und eine andere auf der Erde. Die Flammen werden als Geschenk des Gottes Brahma betrachtet, welcher damit dem heiligen Ort gegenüber seine Ehrerbietung darbot. Während die ersten beiden Flammen bis heute brennen, ist diejenige, welche auf der Erde brannte, vor einigen Jahrzehnten erloschen, was einem ungünstigen Wandel der Zeiten zugeschrieben wird. Diese Annahme entspricht der hinduistischen Vorstellung, dass dem Lauf der menschlichen Zivilisation ein degenerativer Prozess zugrunde liegt, welcher seinen entsprechenden Tribut fordert.

Dieser Sadhu1 (heimatlose Wanderer) rastet in der Frühlingssonne, ganz in seine Andacht versunken. Unter den wenigen Habseligkeiten sticht der besondere Danda heraus, sein Wanderstab. Dazu kommen der Wassertopf (kamadalu), ein Trinkgefäss, eine Feuerzange (hinter ihm an die Mauer gelehnt) und zusätzlich zum weissen Überwurf eine Wolldecke, auf welcher religiöse Gegenstände ausgebreitet sind (siehe Aufnahme unten).
Die hinduistischen Sadhus leisten ein Gelöbnis zu Armut und Entsagung und leben von den Almosen und Essensgaben der sesshaften Bevölkerung. Sadhus können in Gemeinschaften zusammenleben, einzeln oder in kleinen Gruppen durch das Land wandern, oder zurückgezogen und allein in Hütten oder Höhlen leben.
(1983)

Auf der Wolldecke sind in einem Messinggefäss zwei Saligramm-Steine zur Schau gestellt, zusammen mit heiligen Schriften, welche in ein rotes Tuch gehüllt sind. (1983)

Das Bau des Haupttempels mit der vergoldeten Vishnu Statue wurde von Königin Subarna Prabha, der zweiten Frau von Shah Rana Bahadur (1775-1806), dem König von Nepal, in Auftrag gegeben. Im Jahre 1815 wurde er gemäss einer Inschrift fertig gestellt. Die dreigeschossige Pagode ist im Newar-Stil des Kathmandu-Tals gebaut worden. (1983)
Während sich die Struktur des Vishnu-Tempels seit meinem ersten Besuch (siehe oberes Bild, das 42 Jahre vor dem zweiten Besuch aufgenommen wurde) nicht verändert hat, ist die Umgebung neu gestaltet worden, um den grossen Besuchermassen besser gerecht zu werden. (2. Oktober 2024)

Links: Einer der 108 Wasserspeier, welche trotz Kälte für das rituelle Bad bei den Pilgern beliebt sind. Oft nehmen sie etwas vom heiligen Wasser nach Hause mit. (1983)

Unten links: Pilgerfrau absolviert das rituelle Bad unter den Wasserspeiern. (2. Oktober 2024)

Unten rechts: Die Pilger nehmen ein Bad im neu erbauten Bassin unterhalb des Tempels. (2. Oktober 2024)

Zu ihrer religiösen Bedeutung kam hinzu, dass die hinduistischen Tempel in Nepal und Indien an strategisch wichtigen Orten, für alle sichtbar, ein Zeichen der politischen Oberhoheit über ein Gebiet sein konnten. Gerade der Tempel von Muktinath war bedeutend, um die Grenze des sich etablierenden Nationalstaates Nepal um 1800 nach Norden zu markieren. Da die höheren Kasten Hindus waren und der König des Landes zudem als Inkarnation des Gottes Vishnu galt, war der Vishnu Tempel an der nördlichen Grenze mehr als nur eine religiöse Pilgerstätte. Dies mag mit ein Grund gewesen sein, dass die Königin Subarna Prabha anfangs des 19. Jahrhunderts den hinduistischen Haupttempel neu erbauen liess.

In den letzten Jahren hat der Hindunationalismus in Indien unter der Regierung von Premierminister Narendra Modi Aufwind bekommen. Da das Gebiet von Nepal und der Himalaya seit Urzeiten zum hinduistischen Einflussgebiet gehören und Indien gegenüber Nepal eine patronisierende Haltung einnimmt, benutzt Premierminister Modi den pan-hinduistischen Einfluss, um sich gegenüber dem nördlichen Rivalen China abzugrenzen. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass er neben weiteren Pilgerorten im Himalaya am 12. Mai 2018 auch Muktinath besucht und im Beisein der höchsten Würdentrager Nepals der verehrten Vishnu Statue seine Aufwartung gemacht hat – ganz im Stil eines Dharmaraja, welcher als weltlicher Herrscher zugleich Schirmherr der Religion ist.

Der buddhistische Hintergrund

Muktinath wird vor allem mit der hinduistischen Pilgertradition in Zusammenhang gebracht. Die heilige Stätte wird bereits zu einer Zeit in den heiligen Schriften der Puranas erwähnt, als der Vajrayana Buddhismus2 in diesem Gebiet noch gar nicht bekannt war. Dennoch ist der Pilgerort auch bei den lokalen Buddhisten, welche das Tal und das nördlich davon liegende Mustang besiedeln, äusserst beliebt. Deshalb lohnt es sich, in diesem Unterkapitel näher auf diese Tradition einzugehen.

Die Autobiographie des aussergewöhnlichen Meisters Shabkar Tsogdruk Rangdrol (1781-1851) beschreibt seine Lebensgeschichte in Tibet und im Himalaya-Gebiet. Sie war geprägt von ausgedehnten Reisen und vielen Jahren Meditation in der Einsamkeit. Dabei kam Shabkar auch ins Gebiet von Lo Mantang und Muktinath, welches damals als «Hunderd Quellen» (tib.: Chumig Gyatsa) bekannt war. Der wandernede Yogi berichtete:

I went to the Land of Lo
And visited the Hundred Springs,
Where one can see fire continually burning
On waters and in the cracks of the earth and rocks.

(Zit. nach Ricard, 1994, 492)

Noch früher sollen die vierundachzig Mahasiddhas, welche hauptsächlich zwischen dem 8. und 12. Jahrhundert gelebt haben, Muktinath besucht haben. Diese unkonventionellen indischen Meister hatten ganz verschiedene gesellschaftliche Hintergründe: ob Mann oder Frau, König oder Bettler, Jung oder Alt, Brahmane oder Unberührbarer, sie alle hatten auf ihre eigene Art bewiesen, dass es möglich ist, das höchste spirituelle Ziel, die Erleuchtung, in einem einzigen Leben zu verwirklichen. Ihre Lebenswege und die Wunderkräfte, welche ihnen zugeschrieben werden, sind im Buch «The Buddha’s Lions» (Abhayadatta, 1979) enthalten. Die Ursache für den lichten Wald im Tempelgebiet wird auf den Besuch der vierundachzig Mahasiddhas zurückgeführt. Die Bäume sollen aus ihren Wanderstöcken, die sie hier in den Boden gerammt haben, entstanden sein.

Bild oben: Zwei Pilgerfrauen auf dem Weg zum Haupttempel gehen durch den Wald, welcher den Mahasiddhas zu verdanken ist. (1983)

Untere Bilder: Seit dem Ausbau der Strasse, der Verbesserung der Gehwege und der Renovation der Tempel hat sich der Besucherstrom im Vergleich zu früher vervielfacht. (2. Oktober 2024)

Es gibt wohl kaum eine eindrücklichere Lebensgeschichte im tantrischen Buddhismus als diejenige von Padmasambhava, welcher, wie sein Name bezeugt, auf einer Lotosblüte (in Oddiyana im heutigen Swat-Tal in Pakistan) geboren wurde. Er wird von seinen Anhängern auch Guru Rinpoche genannt, der kostbare Guru. Auf ausgedehnten Reisen, welche ihn in die Gangesebene und unzählige Orte im Himalaya und Tibet führten, wirkte er als Verbreiter des Vajrayana Buddhismus. Nach tantrischer Manier nutzte er die ’negativen‘ Kräfte von lokalen Dämonen, welche mancherorts gefürchtet waren und anfangs die neue Lehre bekämpften, indem er sie nicht vernichtete, sondern als zornvolle Hüter der Lehre (Dharmapala) ins neu etablierte Religionssystem integrierte. Sein Ruhm kam auch dem tibetischen König Thrisong Detsen (756-796) zu Ohren, welcher ihn nach Lhasa einlud, um den Buddhismus als Staatsreligion zu verankern. 749 wurde das erste Kloster Samye gegründert und die Tradition der Nyingmapa Mönche (der «Alten»), welche den Lehren Padmasambhavas folgten, ins Leben gerufen.

Auf meinen Reisen im Himalaya bin ich an den unterschiedlichsten Orten auf die Spuren von Guru Rinpoche gestossen, sei es im Kloster Takthok in Ladakh, in der Asura Höhle in Pharping im Kathmandu-Tal, in der Sonne-Mond-Höhle in Helambu (Nepal), in den Maratika-Höhlen (Nepal), in der Tigernest-Höhle (Bhutan) oder in der archaeologischen Ausgrabungsstätte des ehemaligen Kloster Nalanda (Bihar, Indien). Auch Muktinath gehört zu diesen Orten. Guru Rinpoche soll sich hier zur Meditation aufgehalten haben, als er auf dem Weg nach Tibet war. Bis heute wird das Gebiet von Muktinath und Mustang von den Nyingmapa dominiert. Entsprechend ist die Verehrung von Guru Rinpoche durch die lokale Bevölkerung gross. Die Tempel in Muktinath werden von buddhistischen Nonnen unterhalten, welche dafür eine Entschädigung erhalten.

Griffith-Jones schreibt über den Besuch von Guru Rinpoche in Muktinath:

As the Great Master traveled to Tibet, he considered the people of Lo-wo as his disciples and constructed a temple here in Lo-wo (Muktinath). As its inner sacred support, the Lotus-Born Master sculpted a statue resembling himself, to be placed in the temple. That temple is now the Lamp Temple and the inner sacred support within it, the statue made by the Guru’s own hand, is the Guru «Looks-like me» statue that can now be seen there (Griffith-Jones, 2013, 219).

Die Aufnahme zeigt die Statue von Guru Rinpoche, welche von ihm selber geschaffen wurde, im buddhistischen Tempel. Flankiert wird er von seinen beiden Gefährtinnen, der Prinzessin Mandarava und Yeshe Tsogyal. Der Tempel ist seit 1983, als diese Aufnahme entstand, renoviert worden. (1983)

Der Tempel wurde von Grund auf sorgfältig renoviert. Die ursprüngliche Statue von Guru Rinpoche mit seinen beiden Gefährtinnen ist nun durch Glas geschützt. (2. Oktober 2024)

Im Reiseführer «The Clear Mirror. A Pilgrimage Guide to the Major Sacred Place Chumig Gyatsa (One Hundred Springs)», der im Anhang der Publikation «Muktinath, Secret Treasure of Annapurna… The Rainbow Bridge» beigefügt ist, werden verschiedene übernatürliche Zeichen erklärt und Wunder erwähnt (Griffith-Jones, 2013, 218-227). Sehr beliebt sind bei Pilgern die Fussabdrücke von Padmasambhava im Gestein, die gut sichtbar von seiner früheren Gegenwart und seinen Wunderkräften zeugen.

Ganz allgemein kann man jedoch davon ausgehen, dass die persönliche Haltung und das spirituelle Streben der Pilger der eigentliche Schlüssel zur Befreiung ist:

It is said that whoever meditates and recites mantras with devotion in this sacred place Chumig Gyatsa, will be happy during this lifetime, will realize the meaning of the nature of mind, and will attain enlightenment in a later life.

It is also said that any prostrations, offerings, or virtuous acts done here will lead to success during this life, the purification of negative acts, and the attainment of awakening in a later life (Griffith-Jones, 2013, 224).

Der Autor mit einem lokalen Führer unterwegs zu einem Bergsee im Gebirge oberhalb von Muktinath (1983).


Geographische Lage

Auf der Karte liegt unten rechts Pokhara, der Ausgangspunkt der Yatra. Am oberen Rand ist der Shree Muktinath Temple sichtbar. Die Ansicht zeigt deutlich, dass Muktinath nördlich des über 8000 Meter hohen Annapurnamassivs liegt.

Link zum Film «Wo Shiva auf Buddha trifft» (Länder-Menschen-Abenteuer)

https://www.google.com/search?q=wo+shiva+auf+buddha+trifft&rlz=1C1SQJL_deNP816NP816&oq=wo+sh&gs_lcrp=EgZjaHJvbWUqDggAEEUYJxg7GIAEGIoFMg4IABBFGCcYOxiABBiKBTIGCAEQRRg5MgcIAhAAGIAEMgcIAxAAGIAEMgcIBBAAGIAEMgcIBRAAGIAEMgcIBhAAGIAEMgcIBxAAGIAEMgcICBAAGIAEMgcICRAAGIAE0gEJNDk2OGowajE1qAIAsAIA&sourceid=chrome&ie=UTF-8#fpstate=ive&vld=cid:cc1dd933,vid:nEgPWp8V4oE,st:0

Fotos

Die Fotos, bei welchen keine Urheberschaft angegeben ist, stammen vom Autor des Artikels.

Literatur

Abhayadatta. (1979). Buddha’s Lions. The Lives of the Eighty-Four Siddhas (translated by: Robinson, J.B.). Dharma Publishing.

Bista, Dor Bahadur. (1971). The Political Innovators of Upper Kali-Gandaki. Man, New Series, Vol. 6, No. 1 (Mar., 1971), pp. 52-60.

Griffith-Jones, S.M. (2013). Muktinath, Secret Treasure of Annapurna… The Rainbow Bridge. Vibgyor Publishing House Pvt Ltd.

Messerschmidt, D. A. (1989). The Hindu Pilgrimage to Muktinath, Nepal. Part 1. Natural and Supernatural Attributes of the Sacred Field. Mountain Research and Development, 9(2), 89–104. https://doi.org/10.2307/3673473

Pfäffli, E. (1984). Geschichte Nepals bis 1950. In: Nepal leben und überleben. Herausgeber: Brauen, M. Ethnologische Schriften Zürich, ESZ 2.

Ricard, M. (Translator). (1994). The Life of Shabkar: The Autobiography of a Tibetan Yogin. State University of New York.

Zimmer, H. (1978). Maya. Der indische Mythos. Insel Verlag.

Zurick, D. (2014). Land of Pure Vision: The Sacred Geography of Tibet and the Himalaya. University Press of Kentucky.

Fussnote

  1. Im eindrücklichen Film «Wo Shiva auf Buddha trifft» wird die Pilgerreise des 85-jährigen Sadhu Hanuman Baba mit seinen beiden jungen Schülern nach Muktinath dokumentiert. Der Film ist auf YouTube verfügbar. Der Link ist am Ende des Artikels angegeben. ↩︎
  2. Vajrayana is a form of Mahayana Buddhism that originated in northern India around the 5th century CE, took root in Tibet in the 7th and 8th centuries, and then spread across the Himalayan region.
    https://tricycle.org/beginners/buddhism/what-is-vajrayana-buddhism/
      ↩︎

Ein Kommentar zu «Muktinath – die Begegnung mit dem Herrn der Befreiung»

  1. Avatar von Pfaeffli Claudia
    Pfaeffli Claudia

    Lieber Peter, ein spannender, informativer, einfach toller Artikel!

  2. Avatar von Rainer von Niederhäusern
    Rainer von Niederhäusern

    Lieber Peter, vielen Dank für den Post und den Filmlink. Sehr schön. Man kann etwas dieser wundervollen Region spüren.

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