Traveller – Researcher – Development Actor – Writer
1951 wurde ich in Zürich geboren, wo ich auch die Kindheit und Jugend verbrachte.
Im Alter von zweiundzwanzig Jahren begannen meine Wanderjahre, als ich auf dem Hippie Trail in überfüllten Zügen und klapprigen Bussen nach Kathmandu reiste, ganz nach dem Motto “If I ever get outa here, I am going to Kathmandu” (Bob Seger). Nach weiteren Asienreisen fasste ich den Entschluss, das breiter und tiefer werdende Interesse für Tibet, das Himalaya Gebiet und Indien durch ein Studium an der Universität Zürich zu ‘legitimieren’, welches Ethnologie, Sanskrit und Religionsgeschichte umfasste. Der Abschluss bildete eine Masterarbeit über «Weltentsagung und Höhleneremitage im tibetischen Buddhismus», für welche ich während einem Jahr in Ladakh und in Nepal recherchierte. Die akademische Ausbildung, verschiedene Feldforschungen und die Tätigkeit als Kulturreiseleiter im Himalayagebiet öffneten den Zugang in eine vielschichtige, wundersame Welt, welche mich bis heute in verschiedener Hinsicht beschäftigt hat.
Nach dem Studium war ich in einigen asiatischen Ländern in der Entwicklungszusammenarbeit tätig, begleitet von meiner Familie. Von 1989 bis 1992 lebten wir für drei Jahre im Hügelgebiet von Palpa, einem Distrikt der Lumbini Zone von Nepal, wo ich in einem integrierten Entwicklungsprojekt tätig war. Diese Zeit bedeutete eine wundersame Fügung, da meine Frau Elisabet bereits für ihre Masterarbeit in der Ethnologie ein Jahr in Nepal verbracht hatte und mir Nepal ebenfalls von verschiedenen früheren Reisen her bekannt war. Für unseren Sohn Jonas war es allerdings im Vorschulalter eine neuartige Lebenserfahrung. Später folgten weitere Aufenthalte im Ausland, zuerst für fünf Jahre in Bangladesch. Inzwischen war unsere Tochter Linda dazu gekommen. Weitere Einsätze in Asien folgten in Südindien, Sumatra, Myanmar, Kambodscha und schliesslich wieder in Nepal. Für drei Jahre war ich auch für das Gesundheitsprogramm des Schweizerischen Roten Kreuzes in Tibet verantwortlich.

Die wichtigsten Reisen waren allerdings die Reisen nach innen, die Erkundung des eigenen Geistes und Bewusstseins in der Meditation. Neben den ersten Unterweisungen durch Fred von Allmen und weitere westliche Lehrer und Lehrerinnen war es vor allem der burmesische Gelehrte und Meditationsmeister Aggamahapandita Dr. Rewata Dhamma, welcher während Jahren mein Verständnis für die Lehre und die Meditationspraxis wegweisend förderte. Auch Kurse bei Ajahn Sumedho und Ajahn Tiradhammo in der thailändischen Waldklostertradition fielen in diese Zeit. Ein wichtiger Meilenstein in der Praxis waren später die Aufenthalte in Meditationsklöstern in Myanmar. Der zweite Aufenthalt in Myanmar war 1992 anlässlich eines dreimonatigen Retreats bei Sayadaw U Pandita Bivamsa, einem der führenden Meister der Vipassanā Meditation. Weitere Meditationsaufenthalte in dieser Tradition folgten in Myanmar und in einem Zweigkloster in Lumbini, dem Geburtsort von Buddha in Nepal, wo der deutsche Mönch Sayadaw U Vivekananda seit rund fünfundzwanzig Jahren als Abt und Meditationslehrer tätig ist. In den Jahren vor und nach meiner Pensionierung (2017) war er mir ein geduldiger und inspirierender Begleiter in der Praxis. Eine wertvolle Lehrerin in derselben Tradition war in den letzten Jahren auch Sayalay Daw Viranani, eine Amerikanerin, welche vor etlichen Jahren in Myanmar als Nonne ordiniert wurde und bis vor einigen Jahren im Chanmyay Myaing Kloster lebte. All den Lehrern und Lehrerinnen bin ich zu unendlichem Dank verpflichtet.
Dieser Blog, The Pilgrim’s Joy, enthält eine Sammlung von Pilgerreisen im Himalaya, die auf buddhistischen und hinduistischen Traditionen basieren. Nach vielen Reisen und verschiedenen längeren Aufenthalten in Asien (1973 – 2025) sind diese Traditionen zu meiner spirituellen Heimat geworden. Einige der Pilgerreisen, die ich vor Jahrzehnten unternommen habe, tauchen aus den Nebeln der Vergangenheit wieder auf, während andere jüngeren Datums und aktueller sind.
Nach einem bewegten und an Erfahrungen reichen Leben kommen mir ab und zu folgende Songzeilen in den Sinn: «… my memories are fading, like footprints in the melting snow» (John Mayall). Und dennoch oder gerade deshalb möchte ich in der dritten Lebensphase einige Erinnerungen und Erkenntnisse mit all jenen teilen, die ebenfalls als Pilgerfrau oder Pilgermann unterwegs sind oder sich dafür interessieren.
Peter Eppler






